FFH-Management

Aktuell werden durch uns folgende FFH-Managementpläne bearbeitet. Informationen rund um die Planung erhalten Sie auf den Internetseiten der genannten Auftraggeber:

StALU Mittleres Mecklenburg

DE 2038-301 „Kleingewässerlandschaft an den Letschower Tannen“, aktueller Stand:Grundlagenermittlung/Datenerhebungen

DE 2040-301 „Kleingewässerlandschaft bei Jahmen“, aktueller Stand:Grundlagenermittlung/Datenerhebungen

DE 2041-301 „Griever Holz“, aktueller Stand: Abstimmung Grundlagenteil/Maßnahmenplanung

DE 2141-301 „Kleingewässerlandschaft nördlich von Jördenstorf“, aktueller Stand: Grundlagenermittlung/Datenerhebungen

DE 2142-301 „Wald- und Kleingewässerlandschaft südöstlich von Altkalen“, aktueller Stand: Grundlagenermittlung/Datenerhebungen

 

StALU Mecklenburgische Seenplatte

DE 2242-302 „Stauchmoräne nördlich von Remplin“, aktueller Stand: Maßnahmenplanung

DE 2546-301 „Schlavenkensee“, aktueller Stand: Grundlagenermittlung/Datenerhebung

 

StALU Vorpommern

DE 2551-373 „Kiesbergwiesen bei Bergholz (südlich Löcknitz)“, aktueller Stand: Entwurf zur Stellungnahme

 

Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe

DE 2141-301 „Elbtallandschaft und Löcknitzniederung bei Dömitz“, aktueller Stand: Abstimmung Grundlagenteil, Maßnahmenplanung

DE 2141-301 „Elbtallandschaft und Sudeniederung bei Boizenburg“, aktueller Stand: Erstellung Grundlagenteil

 

Natura 2000 ist ein kohärentes Schutzgebietsnetz zum Erhalt der biologischen Vielfalt in der Europäischen Union.

eumv

Es bestenatura2000ht aus Gebieten der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH-Richtlinie, vom 21. Mai 1992, 92/43/EWG) und der Vogelschutzrichtlinie (vom 2. April 1979, 79/409/EWG; ersetzt durch kodifizierte Fassung vom 30. November 2009, 2009/147/EG).

Für die Ausweisung und Unterschutzstellung gelten EU-weit einheitlichen Standards. Eine Überlagerung der Gebiete ist dabei möglich.

 
 
 
 
FFH-Gebiete:
Die Auswahl der FFH-Gebiete erfolgt durch naturschutzfachliche Kriterien der FFH-Richtlinie aus Artikel 4 sowie Anhang III. Bestimmend sind Arten und Lebensraumtypen der Anhänge I und II der FFH-Richtlinie. Als FFH-Gebiet kommen alle Gebiete in Frage, die signifikant zur Bewahrung und Wiederherstellung eines natürlichen Lebensraumtyps oder einer Art der FFH-Richtlinie in einem günstigen Erhaltungszustand beitragen.

Die Ausweisung der Gebiete erfolgt in zwei Phasen. Zunächst erarbeiten die EU-Mitgliedstaaten die FFH-Gebietsvorschläge und leiten diese an die Europäische Kommission weiter. In der zweiten Phase erfolgt eine Bewertung der Gebiete hinsichtlich ihrer gemeinschaftlichen Bedeutung und es wird eine Liste der Gebiete mit gemeinschaftlicher Bedeutung von der Europäischen Kommission in Abstimmung mit den Mitgliedstaaten erstellt. In Mecklenburg-Vorpommern kommen 58 Lebensraumtypen sowie 38 Tier- und 8 Pflanzenarten vor, die im europäischen Maßstab besonders schützenswert sind. Im Anschluss sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, diese Gebiete entsprechend den nationalen Bestimmungen innerhalb von 6 Jahren als besondere Erhaltungsgebiete (BEG) endgültig unter Schutz zu stellen (engl.: Special Areas of Conservation - SAC).

Europäische Vogelschutzgebiete:
Anders als bei den FFH-Gebieten gelten Vogelschutzgebiete unmittelbar nach ihrer Meldung durch die Mitgliedstaaten an die EU-Kommission als besondere Schutzgebiete (Special Protection Areas - SPA). Die Gebietsauswahl erfolgt für die besonders bedrohten Vogelarten des Anhangs I der Vogelschutzrichtlinie. Darüber hinaus besteht auch für alle nicht im Anhang I aufgeführten, regelmäßigen Zugvogelarten die Verpflichtung hinsichtlich ihrer Vermehrungs-, Mauser- und Überwinterungsgebiete sowie der Rastplätze in ihren Wanderungsgebieten entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

Was ist ein Managementplan?
Die FFH-Richtlinie verweist in Art. 6 Abs. 1auf die mögliche Erstellung von "Bewirtschaftungsplänen" ("Managementplänen") für FFH-Gebiete. Insbesondere in Gebieten mit einem hohen Konfliktpotenzial zwischen den Ansprüchen des Naturschutzes und aktuellen oder absehbaren Nutzungen soll von diesem Instrument Gebrauch gemacht werden.
Im Managementplan werden die erforderlichen Erhaltungsmaßnahmen für Lebensraumtypen und Arten festgeschrieben. Zudem sollen möglichst konkrete, auf das jeweilige Gebiet bezogene Maßnahmen festlegt werden, um den jeweiligen Schutzzweck und damit das Schutzgebietsnetz „Natura 2000" langfristig zu sichern. Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgt u. a. durch Freiwillige Vereinbarungen, administrative Regelungen zu Nutzungseinschränkungen, Verträge zur naturschutzgerechten Grünlandbewirtschaftung, Förderung von Projekten wie der Gewässerrenaturierung, gezielte Öffentlichkeitsarbeit oder die Ausweisung eines Schutzgebietes (z.B. Landschafts- oder Naturschutzgebiet). Die Maßnahmen sind im größtmöglichen Einvernehmen mit den Betroffenen abzustimmen und durchzuführen.

Welchen Inhalt hat ein Managementplan?
Ein Managementplan besteht aus einem naturschutzfachlichen Teil, in dem der aktuelle Zustand der gemeldeten Lebensräume und Arten beschrieben und bewertet wird und in dem die notwendigen Erhaltungs- und Wiederherstellungsziele sowie wünschenswerte Entwicklungsziele für das Gebiet festgelegt werden. Hier werden auch gegenwärtige und geplante verträgliche und unverträgliche Nutzungen aufgenommen und bewertet. Reicht die Datengrundlage für eine Bewertung nicht aus, sind Kartierungen der Lebensräume und Arten durchzuführen. Im konsensorientierten Umsetzungs- und Maßnahmenteil werden möglichst im Konsens mit den Betroffenen Erhaltungsmaßnahmen festgelegt und Lösungswege für weiterhin bestehende Konflikte aufgezeigt. Für die Naturschutzbehörden sind die Managementpläne verbindlich. Zur Gewährleistung einer breiten Akzeptanz der Gebiets-Meldung und des Managementplanes ist eine Information und Konsultation der örtlich Betroffenen notwendig. Diese erfolgt über die Internetseiten der Auftraggeber bzw. in öffentlichen Veranstaltungen. Für die Aufstellung der Managementpläne ist die staatliche Naturschutzverwaltung unter enger Beteiligung der kommunalen Naturschutzbehörden verantwortlich. Ansprechpartner sind die Staatlichen Ämter für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) sowie die Ämter für die Biosphärenreservate.

Zusammenfassend lässt sich das Ziel der Managementplanung wie folgt beschreiben:

  • Umsetzung der naturschutzfachlichen Erfordernisse aus der Meldung,
  • Schaffung klarer und plausibler Regelungen (Rechtssicherheit),
  • Erarbeitung konsensorientierter Lösungen mit den betroffenen Landnutzern (Ausgleich der Interessen),
  • Schaffung einer größtmöglichen Planungssicherheit für Gemeinden und Vorhabensträger,
  • Erleichterung der Einzelfallprüfungen auf Verträglichkeit.
 
Die FFH-Managementpläne werden finanziert aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) und mit Mitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern.